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Kornelia Möller baut Brücken

Lernen aus der Kiste

Lernen aus der Kiste? Warum nicht. "Klassenkisten" hat die Münsteraner Didaktik-Professorin Kornelia Möller (geb. 1951) ihr Konzept genannt, mit dem sie das Lehrpersonal von Grundschulen beim Wissenschafts- und Technikunterricht unterstützt. Gemeinsam mit ThyssenKrupp hat die Universität eineKlassenkiste zum Thema "Brückenbau" entwickelt. Wie gut das Konzept funktioniert, ließ sich im Bildungsbereich des IdeenParks ganz praktisch ausprobieren.

Prof. Kornelia Möller:
Lernen aus der Kiste
Jede "Kiste" - in Wahrheit ein Set von Plastik-Containern - widmet sich einem technisch-natur- wissenschaftlichen Thema wie "Schall", "Luft" oder eben "Brücken". "Die Klassenkisten stellen den Lehrkräften für eine komplette Unterrichtsreihe fachliche Hintergrund-Informationen, methodische Anregungen, Arbeitsblätter, Folien und auch Filmausschnitte zur Verfügung", erklärt Prof. Möller. "Grundschullehrkräfte brauchen eine solche Unterstützung, weil sie für naturwissenschaftliche und technische Themen meist kaum ausgebildet wurden und weil an den Grundschulen nur selten geeignete Unterrichtsmaterialien bereit stehen."

Kinder sind besonders offen

Schülerinnen und Schüler aus dem Duisburger Stadtteil Marxloh haben mit der Klassenkiste "Brückenbau" bereits erstaunliche Ergebnisse erzielt. Prof. Möllers Mitarbeiter Klaus Lemmen hat zuvor das Kollegium der Marxloher Regenbogenschule für die Erprobung der im Detail von ihm konzipierten "Klassenkiste Brückenbau" geschult. Die Regenbogenschüler wissen nun, wie die Menschen bereits vor der Römerzeit Kragbogenbrücken gebaut haben, sie können stabile Papierbrücken zwischen den Schultischen errichten und sie haben mit der Klebepistole die Elemente einer Fachwerkbrücke montiert. "Technische Ausdrücke wie U-Profil benutzen sie inzwischen ganz selbstverständlich", staunt Klassenlehrerin Ines Nolte.

Prof. Kornelia Möller ist ausgebildete Gymnasiallehrerin für Mathematik, Geographie, Technik und Sport und hat nach ihrem zweiten Staatsexamen ein Promotionsstudium für Pädagogik und Psychologie angehängt. Seit 1994 leitet sie das Seminar für Didaktik des Sachunterrichts an der Universität Münster. Ihre Berufserfahrung hat sie gelehrt, dass Kinder für den Technik-Unterricht besonders offen sind. "Kinder nehmen Technik - wie Erwachsene auch - zunächst wahr als etwas, das sie selbstverständlich umgibt und das sie nutzen. Allerdings interessieren sie sich - sicher mehr als Erwachsene - auch dafür, wie Technik funktioniert und wie man etwas machen kann", erläutert Prof. Kornelia Möller. "Dieses Interesse der Kinder sollten wir aufgreifen - und damit ein Verständnis technischer Zusammenhänge schon in einem frühen Alter anbahnen."

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