25. Mai 2006

Was kommt heute?

Regisseure haben schon öfters ihre ganz eigenen Visionen der Zukunft auf die Leinwand gebracht – mal düster wie in Fleischers „Soylent Green“, mal hoffnungsfroh wie in Hyams „2010“. Der IdeenPark geht weniger mit Fiction dafür aber mit umso mehr Science auf die Reise in die Zukunft: Einen Blick auf 2025 riskieren im IdeenForum Zukunftspreisträger wie z.B. Karlheinz Brandenburg – einer der Väter des MP3-Verfahrens. Eine Prognose der Wetterbedingungen in 19 Jahren liefern Zukunftsforscher und Klimaexperten dann im IdeenTalk.
Dass Rennautos nicht automatisch Klimaschädlinge sein müssen, kann man in der Space-Show erfahren – an Bord des „Bioconcept Car“. Im Tank schwappt Biodiesel, in der Karosserie stecken biogene Werkstoffe, und hinter dem Steuer sitzt Fanta4-Frontmann Smudo.

Was war gestern?

Mikroflugzeug und stählerner Nurflügler sind wahre Zuschauermagnete im Bereich „Mobilität“, kommen im heutigen Rückblick aber erst an zweiter Stelle. Schließlich zeigte heute ein waschechter Bumerang-Weltmeister, was man alles aus der Weiterentwicklung des Wurfholzes herausholen kann. Fridolin Frost besuchte sechs Wochen vor der nächsten WM, die er einzeln und im Team zusammengenommen bereits sechsmal gewinnen konnte, den IdeenPark.
Zusätzlich zum Blick über die Schulter seines Wurfarms bot ein Workshop unter den fachmännischen Blicken des 34jährigen Wirtschaftsingenieurs sowie den Experten des Deutschen Bumerang Club e.V. Raum für Eigenbauten und Zeit für einige Fakten aus Expertenmund. So erfuhren die Zuhörer, dass die Bumerangflügel wie kleine Flugzeugtragflächen Auftrieb erzeugen und in Verbindung mit Kreiseleffekt und Rotation den gewünschten Rundflug ermöglichen. Die Wurfrichtung bestimmen der Wind – „Wenn der Wind dreht, drehen wir uns mit.“ – und die Eigenheiten des jeweiligen Bumerangs. Trotzdem gilt eine Maxime immer, so Frost: „Tendenziell werfen wir immer gegen den Wind. Mit dem Wind kann man noch so gut werfen, der Bumerang würde nie zurückkommen.“

Wind versus Weltmeister

Niedersächsische Windböen störten das anschließende Bumerang-Schauwerfen und begrenzten leider das Programm. Fangdisziplinen wie „Fast catch“ und „Trick Catch“ waren kein Problem, auf den Langzeitflug musste der Bremer Wurfprofi jedoch verzichten. „Bei dem Wind heute könnte es dann durchaus sein, dass ich bis nach Wolfsburg rennen muss.“
Windgeschützt innerhalb des Deutschen Pavillons umlagerten Luftfahrtfans einen Stand mit ganz besonderen Kleinfliegern. Als Vulkanbeobachter oder Landvermesser sind sie normalerweise unterwegs, und dass ohne jegliches menschliches Zutun. Mavionics-Mitarbeiter Andreas Scholtz hat zwei der autonomen Mikroflugzeuge dabei: die „Carolo T200“ als Mobile in drei Meter Höhe und eine kleinere Mikrodrone zum Anfassen.
Vor allem Jugendliche drängelten sich um die weißen Hightech-Wunder und bestätigen damit die Einschätzung des Jungingenieurs, dass vor allem Schulabgänger so einiges vom IdeenPark mit nach Hause nehmen werden, beispielsweise „wie viele Möglichkeiten Technik für den weiteren beruflichen Werdegang bietet.“

Wenn Stahl fliegt

Etwas weiter dann der scheinbare Gegensatz zum leichten Mikroflugzeug: Flieger ganz aus Stahl. Dass die Ergebnisse des dort vorgestellten Wettbewerbs „Stahl fliegt“ trotzdem noch abheben können, dafür sorgt das Reglement: „Die Aufgabe besteht darin, aus maximal einem Kilo Stahl ein flugfähiges Objekt zu bauen“, erläutert Andrea Brings, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der RWTH Aachen. Aus Röhrchen, Drähten und hauchdünnen Folien entwerfen Studierende abenteuerliche Konstruktionen, die sich möglichst lange in der Luft halten sollen. Jegliche Antriebstechnik ist verboten. „Der Flieger wird von Hand angeworfen, er hat keinen Antrieb und auch keine Steuerung“, sagt Andrea Brings. „Dem Werfer obliegt somit eine große Verantwortung, das Ding gut in die Luft zu bringen.“
Der auf dem IdeenPark ausgestellte Vorjahressieger ist ein so genannter Nurflügler, der komplett ohne Rumpf und Leitwerk auskommt. Der Vorteil solch „fliegender Flundern“: mit dem Rumpf entfällt ein Körperteil, dass lediglich Widerstand verursacht und keinerlei Auftrieb leistet. Beim amerikanischen Tarnkappen-Bomber B-2 ist das kein Problem, im zivilen Bereich liegt die Passagierkabine jedoch im Tragflächeninneren und dass kann auf den Außenplätzen zu Beschleunigungskräften wie auf einer Achterbahnfahrt führen.

Nirosta kommt mit 1500 jungen Leuten

Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf eine Aktion des Edelstahlherstellers Nirosta. Die ThyssenKrupp Stainless-Tochter kam am Vormittag mit ihrer versammelten Azubi-Schar und diversen Schulklassen aus der Umgebung der Nirosta-Standorte zum IdeenPark. Geboren wurde die Idee zu dieser besonderen Exkursion laut Organisatorin Elisabeth Wiles-Hahne direkt nach der Bekanntgabe durch den Konzern, dass es einen IdeenPark geben würde.
Auf dem Expo-Gelände eingetroffen, konnten sich die jungen Leute dann vollkommen frei bewegen. „Wir wollen ja nichts aufoktroyieren, sondern wir wollen gerne, dass Interessen geweckt werden und dass jemand sich mit den Dingen beschäftigen kann, die ihn anziehen“, betont die Nirosta-Zuständige für die kaufmännische Berufsbildung. Wie es den Auszubildenden gefallen hat, kann man spätestens im Sommer in der hauseigenen Nirosta-Info lesen, wenn aus den Erfahrungsberichten der Azubis der Beste ausgezeichnet und veröffentlicht wird.
Zumindest in Sachen Schülerinnen und Schüler hat Wiles-Hahne bereits IdeenPark-Feedbacks parat: „Die Schüler fanden es ganz toll, dass sie nicht nur passive Beobachter waren, sondern an bestimmten Ständen selbst etwas tun und später sogar mit nach Hause nehmen konnten.“