Neugierde, Ehrgeiz und Aussicht auf Erfolg. Das ist der Stoff, der junge Menschen dazu antreibt, bei „Jugend forscht“ mitzumachen. Unternehmen wie „Rothe Erde“ unterstützen sie gerne dabei. |
Jugend forscht – Ein Wettbewerb als ImpulsgeberWenn junge Menschen zeigen, was in ihnen steckt.Andreas Deutsch erinnert sich noch gut. Es war Anfang 1998, als ein Brief von der Konzernleitung auf seinem Tisch in Lippstadt landete. Darin die Frage, ob eine Teilnahme an dem „Jugend forscht“-Wettbewerb für das Unternehmen Rothe Erde nicht interessant sei. Herr Deutsch war damals seit knapp vier Jahren Ausbildungsleiter und nahm den Ball, der ihm zugespielt wurde, dankbar auf.
Pro Jahrgang bilden Andreas Deutsch und seine drei Kollegen circa 25 Jugendliche zum Zerspanungs- oder Industriemechaniker aus, das macht in allen Lehrjahren zusammen zurzeit 76 Jugendliche. Darunter müssten doch einige Interessierte zu finden sein? Wie sich herausstellte, war es kein Problem, die Wettbewerbsaspiranten zu finden. Hendrik Gerken, der zusammen mit Daniel Vogt und Kai Kückelheim 2008 selbst bei einem Wettbewerb mitmachte, sagt: „Für mich war es einfach eine schöne Herausforderung. Etwas selbst zu planen, auszuarbeiten, zu produzieren und dann zu präsentieren. Dummerweise stand unsere Maschine die Nacht vor dem Wettbewerb auf dem LKW, war also total kalt, als wir sie morgens der Jury präsentierten. Die lief dann nicht richtig rund. Das kostete uns den ersten Platz in der Regionalausscheidung – schade. Für mich war es aber wichtig, zu sehen, dass ich in der Lage bin, mich mit zwei Kollegen und Herrn Deutsch zusammenzusetzen und so eine doch recht komplexe Sache durchzuziehen. Jetzt steht die Maschine in der Halle und läuft. Und zwar perfekt.“ Man merkt heute noch den Trotz in Hendrik Gerkens Stimme.
Für Andreas Deutsch sind die Jungen ein gutes Beispiel: „Es zeigt uns, dass ‚Jugend forscht‘ die Auszubildenden herausfordert. Er motiviert sie, sich über die normale Ausbildung hinaus zu engagieren. Sich in neue Gebiete vorzutasten. Sie können sich gut vorstellen, dass das die Ausbildungsqualität erhöht. Außerdem wirkt ihr Beispiel auch auf die anderen. Mittlerweile ist es so, dass ich mehr Wettbewerbsaspiranten habe, als ich betreuen kann, zumal ich diese Arbeit neben meiner hauptamtlichen Arbeit leisten muss. Umso schöner ist es, dass wir so erfolgreich sind. Wir haben in den letzten zehn Jahren ganz gut abgeräumt.“ Der Ausbildungsleiter hat allen Grund, stolz zu sein. Denn seine „Jungs“ haben fast jedes Jahr den ersten Preis im Regionalwettbewerb gewonnen. Bis auf eben jenes verflixte Jahr 2008, bei dem nur der zweite Platz heraussprang. Aber wie es so ist: Tragödie plus Zeit ist Komödie. Und darum ist Daniel Vogt, der die Maschine mitkonstruierte, nicht mehr traurig und freut sich „über die vielen Sachen, die wir da gelernt haben. Außerdem hat mich der Erfolg ermutigt, mein Fachabitur 2009 anzugehen.“ Darüber ist sein Ausbildungsleiter besonders stolz: „Alle drei wollen sich weiterqualifizieren und nach dem Fachabitur Maschinenbau studieren. Noch schöner ist, dass sie bei uns als Ingenieure wieder anfangen möchten.“ Was Andreas Deutsch noch nicht weiß, ist, dass Daniel Vogt dann gerne eine „Jugend forscht“-Truppe als Betreuer übernehmen würde. Nicht nur, um für Entlastung zu sorgen, sondern weil er mit dem Wettbewerb sehr erfolgreiche und inspirierende Monate verbindet. Es war auch nicht zum Schaden der Jungen. Denn die Geschäftsleitung von Rothe Erde weiß sehr wohl, ihr Engagement zu schätzen. Zum einen, weil der Qualifizierungsgrad signifikant steigt. Und weil die Jugendlichen Innovationen entwickeln, die das Unternehmen zu seinem eigenen Vorteil selbst nutzen kann. Darum belohnen sie den Einsatz mit finanziellen Zuwendungen und geben den meisten Wettbewerbsteilnehmern die Möglichkeit, ausländische Produktionsstandorte zu besuchen. 2008 durften Daniel, Hendrik und Kai auch zum IdeenPark, um ihre selbst konstruierte Maschine zu präsentieren. Ein ganz besonderes Ereignis. Daniel Vogt: „Es war superklasse. So viele Menschen waren so begeistert – das hatte ich nicht erwartet. Das war etwas völlig Neues für uns.“ 2010 organisiert ThyssenKrupp den Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ in Essen. Jede Wette, dass die drei dort wieder dabei sind? Dann als Besucher.
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